Unter dem Mikroskop: Hydroxylapatit remineralisiert den Zahnschmelz

Einleitung

Die menschlichen Zähne sind im Alltag einer dauerhaften Belastung ausgesetzt. Sei es durch Säuren aus der Nahrung, Säuren, die von Mikroorganismen produziert werden oder mechanischen Angriffen (z. B. Zähneputzen und Kauen). Die Folge ist ein Zahnschmelzabbau oder auch Demineralisation. Ziel von allen kosmetischen Zahnpflegeprodukten (Zahncremes und Mundspüllösungen) ist es, diesen Angriffen möglichst effektiv entgegenzustehen. Häufig werden Fluoride eingesetzt, die den Zahnschmelz schneller remineralisieren sollen. Vermehrt wird Hydroxylapatit in der Zahnpflege eingesetzt. Hydroxylapatit ist der Hauptbestandteil des Zahnschmelzes. Daher ist es sinnvoll, diesen Wirkstoff in der Zahnpflege zu verwenden.

Fragestellung

Welchen Effekt hat Hydroxylapatit auf den Zahnschmelz?

Material und Methoden

Extrahierte Prämolaren wurden derart präpariert, dass sterile Zahnschmelzproben erhalten wurden. Die Proben wurden auf drei Gruppen aufgeteilt, die mit unterschiedlichen Zahnpasten behandelt wurden: Fluoridzahnpasta, Hydroxylapatitzahnpasta und eine Kontrolle (Wasser). Die Schmelzproben wurden dreimal am Tag je 30 Sekunden mit einer Zahnputzmaschine und der entsprechenden Zahncreme geputzt. Nach dem Putzen wurden die Proben mit Leitungswasser abgespült. Der Beobachtungszeitraum betrug 15 Tage. Im Anschluss an die Versuchsreihe wurden alle Zahnschmelzproben mikroskopisch (Rasterelektronenmikroskopie, Transmissionselektronenmikroskopie, IR-Spektroskopie) und röntgenographisch untersucht.

Ergebnisse

Hydroxylapatit bildet auf der Zahnschmelzoberfläche eine Schutzschicht aus, die auch äußeren Einflüssen (zum Beispiel Säuren) standhält. Diese Schutzschicht füllt Zahnschmelzdefekte auf und unterstützt somit die Remineralisation selbiger. Im Gegensatz zu Fluoridzahnpasten ist eine deutliche Auflagerung von Hydroxylapatit zu erkennen. Die Bindung von Hydroxylapatit an der Zahnschmelzoberfläche ist chemischer, physikalischer und morphologischer Struktur.

Schlussfolgerung

Hydroxylapatit ist in der Lage, sich an den Zahnschmelz zu binden und Zahnschmelzdefekte zu beheben sowie diese Defekte zu remineralisieren. Zudem wird eine Schutzschicht ausgebildet, die den Zahnschmelz vor weiteren erosiven Einflüssen schützen kann.

 

Die Veröffentlichung der Studie finden Sie hier.

 

Quelle: Roveri, N., E. Battistella, I. Foltran, E. Foresti, M. Iafi sco, M. Lelli, B. Palazzo and L. Rimondini (2008). “Synthetic biomimetic carbonate-hydroxyapatite nanocrystals for enamel remineralization.” Adv. Mater. Res. 47-50: 821-824.