Moderne Probleme geschickt gelöst und klinisch nachgewiesen: Zahnschmelzreparatur und Behandlung von überempfindlichen Zähnen mit Hydroxylapatit

Einleitung

Der Verlust von Zahnhartsubstanz ist im jugendlichen Alter noch nicht von großer Bedeutung. Allerdings steigt der Zahnschmelzabbau mit steigendem Alter zunehmend an, sodass etwa ein Viertel der erwachsenen Personen an überempfindlichen Zähnen – einer Folge des Verlustes der Zahnhartsubstanz – leidet. Häufig fällt in diesem Zusammenhang der Begriff Erosion. Dieser muss allerdings noch genauer differenziert werden: Erosion beschreibt den säurebedingten Zahnschmelzabbau ohne bakterielle Beteiligung. Attrition ist die Abnutzung des Zahnschmelzes durch Zahn-Zahn-Kontakte (z. B. Bruxismus). Abrasion ist das „Abschmirgeln“ von Zahnschmelz durch Zähneputzen oder nicht geeignete Zahnpasta. Die Folge dieser Zahnschmelzdefekte sind häufig überempfindliche Zähne. Präventiv kann der Zahn durch eine Schutzschicht vor diesem Abbau bewahrt werden und somit auch überempfindlichen Zähnen entgegenwirken.

Fragestellung

Kann Hydroxylapatit eine Schutzschicht auf den Zähnen unter in-vivo-Bedingungen bilden?

Material und Methoden

Diese in vivo Studie war eingebettet in einer großen Studie zur Untersuchung von überempfindlichen Zähnen. In diesem Rahmen mussten von insgesamt 12 Teilnehmern (TN) nach Einverständnis die Zähne extrahiert werden. Die TN wurden auf drei Gruppen aufgeteilt und über einen Zeitraum von 8 Wochen beobachtet. Eine Gruppe (5 TN) nutzte für die tägliche Zahnpflege eine hydroxylapatithaltige Zahnpasta (Biorepair), die zweite Gruppe (5 TN) nutzte eine KNO3/NaF-haltige Zahnpasta und die dritte Gruppe (2 TN) nutzte eine unspezifische fluoridhaltige Zahnpasta. Alle Teilnehmer hatten überempfindliche Zähne, gesundes Zahnfl eisch und waren zwischen 18 und 75 Jahre alt. Nach 8 Wochen wurden die Zähne extrahiert und mikroskopisch (Rasterelektronenmikroskopie und IR-Spektroskopie) auf die Ausbildung einer Schutzschicht untersucht.

Ergebnisse

Hydroxylapatit bildet eine Schutzschicht auf der Zahnschmelzoberfläche aus. Diese besteht, wie der Zahnschmelz selbst, aus Calcium- und Phosphationen. Die KNO3/NaF-haltige Zahnpasta bildete keine Schutzschicht aus. Fluoride konnten auf der Oberfläche nicht detektiert werden. Die Zähne der TN, die eine unspezifische fluoridhaltige Zahnpasta nutzten, zeigten Zahnschmelzdefekte.

Abbildung: Schutzschicht mit Hydroxylapatit
Abbildung: Schutzschicht mit Hydroxylapatit

Schlussfolgerung

Eine hydroxylapatithaltige Zahnpasta ist die einzige, die in vivo eine Schutzschicht auf dem Zahn ausbilden kann und diesen vor Erosion, Attrition und Abrasion schützen kann.

Die Veröffentlichung der Studie finden Sie hier.

Quelle: Lelli, M., M. Marchetti, I. Foltran, N. Roveri, A. Putignano, M. Procaccini, G. Orsini and F. Mangani (2014). “Remineralization and repair of enamel surface by biomimetic Zn-carbonate hydroxyapatite containing toothpaste: a comparative in vivo study.” Front. Physiol. 5: 333.